Codesystem-Versionen

Die meisten Kodiersysteme im deutschen Gesundheitswesen werden in versionierten Fassungen veröffentlicht, beispielsweise ICD-10-GM oder OPS. Die Veröffentlichungszyklen solcher Systeme können sich unterscheiden und sind nicht notwendigerweise dauerhaft an einen festen jährlichen Rhythmus gebunden.

Da sich zwischen veröffentlichten Fassungen die Bedeutung, Anwendungsregeln oder Gültigkeit einzelner Codes ändern können — explizit oder implizit, beispielsweise durch eine veränderte Bedeutung von „andere“ — können diese Fassungen aus terminologischer Sicht jeweils unterschiedliche semantische Stände eines Codesystems darstellen. Dies kann sich auch in der Vergabe unterschiedlicher OIDs widerspiegeln.

Im Kontext von FHIR und der deutschen Basisprofile werden diese Fassungen dennoch als Versionen eines Codesystems beschrieben. Das bedeutet, dass sich die canonical URL des CodeSystem in der Regel nicht ändert; die konkrete Fassung wird über die Versionsangabe, beispielsweise 2017, 2018 oder eine andere veröffentlichte Versionskennung, kenntlich gemacht.

Bei versionsabhängigen Klassifikationssystemen wie ICD-10-GM oder OPS reicht die alleinige Angabe von system und code nicht aus, um die verwendete Fassung eindeutig zu bestimmen. Wird Coding.version nicht angegeben, liegt die Auswahl der Fassung bei Validierung oder Expansion beim Terminologieserver beziehungsweise dessen Konfiguration; in der Instanz selbst ist die verwendete Version dann nicht mehr nachvollziehbar.

Eine versionierte ValueSet-Expansion kann die Validierung reproduzierbar machen, ersetzt jedoch nicht die Angabe der verwendeten CodeSystem-Version in der Instanz. Ohne Coding.version geht der versionsbezogene Kontext beim Austausch, bei der Speicherung und bei späterer Weiterverarbeitung verloren. Daher SOLL bei versionsabhängigen Klassifikationssystemen CodeSystem.versionNeeded = true gesetzt werden. Bei Verwendung entsprechender Codesysteme MUSS Coding.version angegeben werden, sofern die verwendete Fassung nicht durch einen anderen verbindlichen Kontext eindeutig festgelegt ist.